Mit Transport Fever 3 will Urban Games die Messlatte für Transportsimulationen erneut deutlich höher legen. Im aktuellen First Look zeigt sich schnell: Hier wird nicht nur nachgebessert, sondern an den Grundpfeilern geschraubt. Überarbeitete Verkehrssysteme, neue Werkzeuge und tiefere Stadtmechaniken sollen das bislang komplexeste und dynamischste Erlebnis der Seriengeschichte ermöglichen – viele davon direkt inspiriert durch Community-Feedback.
Im Fokus steht die massiv verbesserte Verkehrssimulation. Fahrzeuge agieren deutlich intelligenter, wechseln aktiv Spuren, überholen langsameren Verkehr und passen ihre Routen dynamisch an, um Zeit zu sparen. Parallel dazu wurde der Strassenbau von Grund auf neu gedacht: Von einfachen Kreuzungen bis hin zu komplexen Verkehrsknoten lassen sich Strassen nun frei winkelig bauen. Dank vollständiger Fahrspurkontrolle, frei platzierbarer Ampeln und Fussgängerstreifen kann der Verkehrsfluss präzise gesteuert werden – ein klarer Schritt in Richtung Micromanagement für Profis.
Nach der Vorstellung des erweiterten Cargosystems rückt nun auch der Personenverkehr stärker in den Mittelpunkt. Einwohner verfügen über eine maximale, individuell tolerierte Reisezeit. Wird diese überschritten, sinkt die Zufriedenheit, was sich direkt auf Ruf und Wachstum der Städte auswirkt. Neu ist zudem der Komfortfaktor: Wer angenehme Fahrzeuge und gut ausgebaute Stationen bietet, profitiert von geduldigeren Passagieren und stabilerem Wachstum.
Bahnhöfe und Haltestellen präsentieren sich erstmals vollständig modular. Erweiterungen steigern Kapazität, Komfort oder Einzugsgebiet und beeinflussen so direkt die Stadtentwicklung. Doch Wachstum hat seinen Preis: Mehr Infrastruktur bedeutet auch mehr Lärm und Umweltverschmutzung. Spieler müssen erstmals ernsthaft abwägen, wie viel Expansion eine Stadt verkraftet, ohne an Lebensqualität einzubüssen.
Auch der Gleisbau wurde erweitert. Drei unterschiedliche Gleistypen unterscheiden sich in Kosten, Höchstgeschwindigkeit und Umweltbelastung. Eine Universallösung gibt es nicht – jede Linie erfordert eine bewusste Entscheidung. Zusätzlich sorgt die neue Zugpriorisierung dafür, dass Expressverbindungen selbst in dicht befahrenen Netzen zuverlässig und effizient unterwegs sind.
Besonders stark ausgebaut wurde das Tramsystem. Tramgleise lassen sich nun auf einzelnen Fahrspuren, unterirdisch oder komplett unabhängig vom Strassennetz verlegen. Gütertrams und die enge Verzahnung mit klassischen Eisenbahnen als Stadtbahnen eröffnen neue Möglichkeiten, Verkehrsträger intelligent zu kombinieren. Richtig eingesetzt entlasten Trams den Individualverkehr massiv – vor allem in wachsenden Metropolen.
Umweltfaktoren spielen dabei eine grössere Rolle als je zuvor. Lärmschutzwände, begrünte Alleen und clevere Streckenführung helfen zwar, Verschmutzung zu reduzieren, doch es gibt keine Patentlösung. Jede Massnahme bringt Vor- und Nachteile mit sich und verlangt eine durchdachte Gesamtplanung.
Neu ist auch die Bedeutung der Fahrzeugwartung. Ein schlechter Zustand wirkt sich nicht mehr nur optisch aus, sondern beeinflusst Geschwindigkeit, Komfort, Effizienz sowie Lärm- und Schadstoffausstoss spürbar. Erweiterte Wegpunktfunktionen erlauben zudem eine deutlich flexiblere Routenführung – sowohl für Land- als auch für Luftverkehr. Selbst Flugrouten lassen sich individuell anpassen.
Transport Fever 3 macht klar: Reiner Profit reicht nicht mehr. Langfristiger Erfolg entsteht durch zufriedene Städte, nachhaltige Planung und ein clever vernetztes Verkehrssystem. Jede Entscheidung hinterlässt Spuren – und formt das Vermächtnis des Spielers als moderner Transport-Tycoon.

